Zentrale Interdisziplinäre Notaufnahme

In der Zentralen Interdisziplinären Notaufnahme, kurz ZINA, des Bundeswehrkrankenhauses Ulm werden an 7 Tagen die Woche und 24 Stunden am Tag Notfallpatienten behandelt. Aufgrund der medizinischen Fächervielfalt können nahezu alle Fachgebiete abgedeckt werden. Lediglich Gynäkologie und Kinderheilkunde kann die Klinik nicht abbilden. Die Schwerpunkte liegen in der Akutversorgung von Schwerverletzten, akute zentrale neurologische Erkrankungen wie Hirnblutung und Schlaganfall, aber auch alle Verletzungen und Erkrankungen im Kopf-, Gesicht- und Halsbereich. Komplexe internistische Krankheitsbilder mit Schwerpunkten im Bereich Kardiologie und Gastroenterolgie bilden einen Hauptanteil unserer Patienten. Das Darm- und Gefäßzentrum runden die Versorgungsmöglichkeiten ab.

Die ZINA beherbergt 6 Behandlungskabinen, 2 Noteingriffsräume und einen hochmodernen Schockraum. Seit der Neueröffnung im Dezember 2010 haben wir einen erheblichen Patientenzuwachs erfahren und behandeln jetzt durchschnittlich 25.000 Patienten pro Jahr.

Patienten, die liegend mit dem Rettungsdienst das Haus betreten, werden unmittelbar von einem Arzt gesehen. Alle anderen Patienten melden sich an der Anmeldung an und werden dort nach dem Manchester Triage System (MTS) in Dringlichkeitskategorien eingestuft. Somit können die Patientenströme nach Behandlungsprioritäten versorgt werden. Jeder Patient wird zunächst vom ZINA-Arzt gesehen. Dieser macht eine symptomorientierte Anamnese und körperliche Untersuchung. Ggf. schließen sich weitere diagnostische Untersuchungen an. Oft zeigen sich Befunde oder Hinweise für andere Erkrankungen als erwartet, somit gewinnt hier das interdisziplinäre Handeln einen sehr hohen Stellenwert. Zügig können Konsiliarärzte der unterschiedlichsten Fachgebiete hinzugezogen werden. Der Patient verlässt die ZINA mit einer Diagnose sowie einem Behandlungsplan/-empfehlung und wird entweder stationär aufgenommen oder nach Hause entlassen.

Der ZINA-Arzt wird von allen Abteilungen des Hauses gestellt und arbeitet in einem Schichtdienst. Er befindet sich im ersten Weiterbildungsabschnitt seiner klinischen Ausbildung. Die Tätigkeit in der ZINA ist Teil der akutmedizinischen Ausbildung.

Ergänzt wird der ZINA-Arzt durch einen Facharzt Anästhesie und einen Facharzt Allgemeinmedizin während der Tageszeit. Somit wird eine fachärztliche Expertise vorgehalten. Interdisziplinäre Entscheidungen können zügig getroffen werden. Ebenso sind kleinere Eingriffe oder auch Untersuchungen in Sedierung oder Narkose möglich.

Das pflegerische Assistenzpersonal ist sehr unterschiedlich qualifiziert. Neben Krankenpflegern, Fachkrankenpflegern, medizinischen Fachangestellten und Arzthelferinnen haben wir auch viele Rettungsassistenten und –sanitäter, die ebenfalls im lokalen Rettungsdienst mit eingesetzt sind.

Ein Schwerpunkt liegt in der Ausbildung und Inübunghaltung des eigenen aber auch externen Personals.