Nierentumore

Therapie des Nierentumors

  • Organerhaltende Therapie in Knopfloch-chirurgischer Technik dank morderner roboterassistierter Verfahren
  • Medikamentöse Therapie des Nierenzellkarzinoms

Nierenkrebs steht an sechster Stelle der Krebsstatistik bei Männern und an Platz 11 bei Frauen. Meist sind ältere Personen betroffen (70-75 Jahre), allerdings kommen die Tumore zum Teil auch bei jungen Menschen vor. Mit 90% sind Nierenzellkarzinome die häufigsten bösartigen Tumoren der Nieren. Seltener sind gutartige Tumore wie das Onkozytom.
Risikofaktoren für das Auftreten von Nierenzellkarzinomen sind Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, chronische Nierenschäden und genetische Störungen aber auch Gifte wie Nikotin, chronischer Schmerzmittelmissbrauch oder ein oft beruflich bedingter Kontakt mit Stoffen wie Schwermetallen, Teer und Holzschutzmittel.
Früher fielen Nierentumore durch eine klassische Symptomtrias aus Schmerzen in der Flanke, einer tastbaren Schwellung und Blut im Urin auf. Durch die weit verbreitete Ultraschalldiagnostik und moderne Schnittbildgebung (CT und MRT) fallen Nierentumore heutzutage deutlich früher auf bevor Symptome auftreten.

Zeigt sich im Ultraschall der Verdacht auf einen Nierentumor schließt sich eine genaue Diagnostik mittels CT/MRT an, ggf. auch um Fernabsiedelungen des Tumors zu entdecken. Bei Tumoren die auf die Niere beschränkt sind, lässt sich der Tumor operativ entfernen. Abhängig von der Lage und Größe entweder als radikale, also vollständige Entfernung der Niere oder als organerhaltender Eingriff. Das nierenerhaltende Vorgehen wird, wenn möglich bevorzugt, um die Nierenfunktion von Patienten bestmöglich zu erhalten.
Sowohl die offene Operation wie auch die roboterassistierte Operation als „Schlüsselloch Chirurgie“ mit dem „DaVinci Xi“ System werden in unserem Hause angeboten.

Die schonende Operation mit dem OP-Roboter hat unter anderem den großen Vorteil einer deutlich kleineren Operationsnarbe und geringere Komplikationen wie Bauchwandbrüche.

Sollten bereits Absiedlungen des Tumors vorhanden sein, kann es trotzdem sinnvoll sein den Tumor und wenn möglich einzelne Absiedelungen zu entfernen um Symptome wie Schmerzen, Harnstauungen und Entzündungen zu vermeiden und das Gesamtüberleben zu verbessern.

Chemotherapie und Bestrahlung spielen bei fortgeschrittenem Nierenkrebs eine untergeordnete Rolle. Die Bestrahlung kann zur Schmerzreduktion bei Knochenmetastasen sinnvoll sein. Immer wichtiger wird die Immuntherapie. Durch die Antikörpertherapie lässt sich in den letzten Jahren eine deutliche Verbesserung der Gesamtüberlebenszeit selbst bei fortgeschrittenen Tumoren erreichen. Diese Verfahren werden in unserer Abteilung angeboten.

Patienten, die auf Grund von Vorerkrankungen nicht operiert werden können, können mittels Radiofrequenzablation behandelt werden. Bei diesem schonenden, minimalinvasiven Verfahren wird über einen CT-gesteuerten Zugang der Tumor verkocht. Das Verfahren wird über unsere Abteilung in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Radiologie angeboten.