Harnblasenkarzinom

Diagnostik und Therapie des Blasenkarzinoms

  • Chirurgische Therapie durch die Harnröhre (transurethral), auch mit photodynamischer Diagnostik zur besseren Erkennung von Blasentumoren
  • Radikale Blasenentfernung (Zystektomie) mit oder ohne Ersatzblasenbildung aus Darm (Neoblasenbildung)
  • Medikamentöse Therapie des fortgeschrittenen Blasenkarzinoms

Das Harnblasenkarzinom oder Blasenkrebs ist ein bösartiger Tumor der Blasenschleimhaut. Er ist die vierthäufigste Tumorerkrankung beim Mann. Frauen sind zwei- bis dreimal seltener betroffen als Männer. Der größte Risikofaktor ist das Rauchen.
Typischerweise ist das erste Symptom, das sich bei Betroffenen zeigt Blut im Urin, meist ohne Schmerzen. Eine Abklärung mittels einer Blasenspiegelung ist in diesem Fall häufig notwendig. Bei einem sichtbaren Tumor erfolgt die Sicherung der Diagnose mittels einer transurethralen Resektion des Tumors (=TUR-Blase; Entfernung des Blasentumors durch die Harnröhre), bei der endoskopisch mit Hilfe einer elektrischen Schlinge der Blasentumor von der Blasenwand entfernt wird.
Oberflächliche Blasentumore machen 70% der Erstbefunde aus und lassen sich oft gut endoskopisch behandeln und heilen. Bei speziellen Tumorkonstellationen nutzen wir die photodynamische Diagnostik, um ansonsten nur schwer erkennbare Befunde sicher aufdecken zu können.

Bei einem Einwachsen des Tumors in die Muskulatur ist eine Entfernung der Harnblase notwendig. Um eine Urinableitung aus dem Körper sicherzustellen bieten wir offenchirurgisch inkontinente als auch kontinente Harnableitungen an.

  • Harnleiterhautfisteln: Vernähen der Harnleiter mit der Haut und Versorgung mittels Harnleiterschienen und Stomabeutel. Dieses Verfahren bietet sich durch seine kurze Operationszeit besonders bei älteren Patienten an.
  • Urostoma (Ileumconduit): Vernähen der Harnleiter mit einem Stück Dünndarm und ausleiten über die Haut in einen Stomabeutel. Bei diesem Verfahren sind in der Regel keine Harnleiterschienenwechsel notwendig.
  • Neoblase: Schaffung einer neuen Blase aus Dünndarm im Bereich der alten Blase. Diese kontinente Form der Urinableitung bietet sich vor allem für junge Patienten an und ermöglicht ein Wasserlassen über den natürlichen Weg.

Über die konkreten Vor- und Nachteile und das individuell am besten für Sie geeignete Verfahren werden Sie im Rahmen der prästationären Vorstellung ausführlich beraten.
Bei fortgeschrittenen Tumorstadien mit Metastasen bieten wir neben klassischen Chemotherapieverfahren auch die Therapie mit modernsten Immun-Checkpoint-Inhibitoren an.