Methodenspektrum in der Molekularpathologie

Lasermikrodissektion

Die LMD erlaubt es, unter optischer Kontrolle mittels eines Laserstrahls kleinste Gewebekompartimente bis hin zu einzelnen Zellen aus dem Gewebeverband zu lösen, um daran z.B. molekularbiologische Untersuchungen durchzuführen. So können aus kleinsten Gewebeproben, beispielsweise Biopsien, noch detailliertere prädiktive oder prognostische Informationen gewonnen werden.

Mutationsanalysen an Tumorgewebe

Die Entschlüsselung der Erbgutsequenz maligner Tumoren kann Aufschluss darüber geben, ob das Tumorgewebe gegenüber einem bestimmten molekular zielgerichteten Therapeutikum empfänglich ist (sog. personalisierte Medizin). Im Allgemeinen bieten solche molekular passgenauen Therapeutika eine gute Wirksamkeit und häufig bessere Verträglichkeit als konventionelle Chemotherapeutika. An unserem Institut führen wir folgende Mutationsanalysen an Tumorgewebe durch:

- RAS-Mutation (KRAS, NRAS - u.a. im kolorektalen Karzinom)
- BRAF (malignes Melanom)
- PIK3CA (kolorektales Karzinom)
- EGFR (Lungenkarzinom)
- IDH1/2 (Glioblastom)
- KIT, PDGFR (Gastrointestinaler Stromatumor)

In-Situ-Hybridisierung

Die Markierung von Genabschnitten durch fluoreszenz- oder chromogenmarkierte DNA-Sonden erlaubt den diagnostischen Blick in das Genom der Tumorzelle. Durch die Methode kann eine Vervielfachung der Genkopienzahl oder ein Verlust von Genen (Amplifikation bzw. Deletion) oder ein Bruchereignis (u.a. bei einer Translokation) nachgewiesen werden. In einigen Fällen kann hierdurch das Ansprechen auf eine gezielte Therapie vorhergesagt werden. An unserem Institut sind folgende FISH- bzw. CISH-Untersuchungen etabliert:

- Her2/neu (Mammakarzinom, Magenkarzinom)
- 1p19q-Codeletion (Hirntumoren)
- EGFR/ALK (Lungenkarzinom)
- RET/ROS1 (Lungenkarzinom)
- MET (Lungenkarzinom)
- Kappa-/Lambda-Leichtketten (Plasmozytom/Multiples Myelom)
- EWSR1 (u.a. Ewing-Sarkom)
- EBER (Nachweis von Epstein-Barr-Virus)

Promotormethylierungsanalysen

Durch die Methylierung von Promotorsequenzen im Erbgut kann die Expression von Zielgenen, die unter der Kontrolle dieser Promotoren liegen, beeinflusst werden. Dadurch kommt es beispielsweise zu einer Verringerung oder einem Sistieren der Herstellung dieser Proteine. Diese als 'epigenetisch' bezeichneten Veränderungen können die Tumorentstehung fördern oder das Ansprechen auf Chemotherapeutika beeinflussen. An unserem Institut können epigenetische Veränderungen folgender Gene bzw. deren Promotoren nachgewiesen werden:

- MGMT
- CDKN2A
- MLH-1

Erregernachweis aus formalinfixiertem, paraffin-eingebettetem Gewebe

Nachweis von DNA bakterieller und viraler Erreger:

- H. pylori (inkl. Chinolon- und Clarithromycinresistenz)
- C. difficile
- Mykobakterien
- humane Papillomviren (HPV), 15 Genotypen
- Cytomegalievirus (CMV)
- Epstein-Barr-Virus (EBV)
- Herpes-simplex-Virus (HSV)