Diagnostik und Therapie von Stimm- und Sprachstörungen

Das Untersuchungs- und Behandlungsspektrum in der Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie umfasst folgende Störungen und Erkrankungen:



Stimm- und Sprechstörungen


Neben organischen Veränderungen und Einschränkungen können auch falscher Stimmeinsatz, meist kombiniert mit einer hohen Sprechbelastung oder seelische Ursachen zu einer Heiserkeit bis hin zur Stimmlosigkeit führen.

In unserer modern ausgestatteten Sektion erfolgen die Anamneseerhebung sowie eine ausführliche Diagnostik mittels starrer oder flexibler Videolaryngoskopie, Stroboskopie und je nach Bedarf mit Narrow Band Imaging, oder einer Stimmfeldmessung, die zu einer speziell zugeschnittenen konservativen Therapie führen soll. Hier arbeiten wir interdisziplinär mit unseren neurologischen, internistischen Kollegen sowie mit Logopädinnen und Logopäden in der Region zusammen.



Phonochirurgie


Organische Veränderungen der Stimmlippen wie Knötchen, Polypen, Schleimhautveränderungen oder umschriebene tumoröse Veränderungen müssen unter Umständen auch operativ abgetragen werden. 
Klingt Ihre Stimme durch einen ungenügenden Stimmlippenschluss heiser und ist sie durch logopädische Therapie nicht oder nur teilweise zu verbessern, kann der Stimmlippenschluss durch das gezielte Unterfüttern der Stimmlippen mittels Hyaluronsäure, Kollagen, Hydroxylapatit, Silikon oder Fett wiederhergestellt werden.
 
Dieser kurze Eingriff, Stimmlippenaugmentation genannt, kann unter bestimmten Voraussetzungen auch in örtlicher Betäubung durchgeführt werden, so dass Sie das Krankenhaus am selben Tag wieder verlassen können.

Bei bestimmten Nervenerkrankungen, die zu einer stockenden Stimmbildung führen, wie zum Beispiel der spasmodischen Dysphonie, bieten wir die Möglichkeit zur Injektion von Botulinumtoxin in die jeweils betroffene Kehlkopfmuskulatur an. Auch dieser Eingriff kann grundsätzlich in örtlicher Betäubung durchgeführt werden.
Sollte durch eine beidseitige Lähmung der Stimmlippennerven oder durch narbige Veränderungen die Öffnung der Stimmlippen und damit die Atmung, selbst in Ruhe, eingeschränkt sein, können wir Ihnen durch eine vorübergehende oder dauerhafte Erweiterung der jeweiligen Engstelle weiterhelfen.
Selbstverständlich werden alle operativen Maßnahmen, die damit verbundenen Risiken und Nebenwirkungen sowie alternative Therapieformen vorher ausführlich erklärt, eingehend mit Ihnen besprochen und individuell geplant. Damit die schwingungsfähigen Strukturen der Stimmlippen und damit auch der natürliche Klang Ihrer Stimme erhalten bleiben oder wiederhergestellt werden, wird mit dem Operationsmikroskop und speziellen, feinen Instrumenten minimalinvasiv und möglichst schleimhautschonend gearbeitet.



Kindliche Hörstörungen


Eine Hörstörung vor oder während des Spracherwerbs kann gravierende Auswirkungen auf die weitere Entwicklung Ihres Kindes haben. Daher sind eine möglichst frühzeitige Diagnostik, beginnend mit einem Neugeborenenhörscreening in der Entbindungsklinik, und engmaschige Kontrollen bei Auffälligkeiten essentiell. 

Wir bieten Ihnen hierzu in unserer Audiologie alle notwendigen Untersuchungsmethoden (subjektive und objektive Audiometrie wie Freifeld- oder Spielaudiometrie, Tympanometrie, Ableitung otoakustischer Emissionen oder BERA-Untersuchungen) auf neuestem Stand an und können Ihr Kind in jedem Lebensalter in Zusammenarbeit mit Ihrem Kinderarzt, Erzieherinnen und Erziehern sowie mit Hörgeräteakustikern durch die Hörrehabilitation begleiten. 

Sollte Ihr Kind Schwierigkeiten im Spracherwerb zeigen, stehen wir ihm und seinem Therapeuten gerne durch regelmäßige phoniatrische Statuserhebungen während der Therapie zur Seite.