Luftrettungsstation Christoph 22

Die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin trägt mit einem speziell ausgebildeten notfallmedizinischen Team die Luftrettung in der Region Ulm.

Ulm gilt fachintern als eine der traditionell großen notfallmedizinischen Schulen Deutschlands. Die zur Klinik gehörende Luftrettungsstation – besetzt mit dem Rettungshubschrauber (RTH) „Christoph 22“ – besteht seit über 40 Jahren.

Die Indienststellung des am Bundeswehrkrankenhaus Ulm stationierten Rettungshubschraubers (RTH) „Christoph 22“ erfolgte am 02. November 1971, damals noch mit einer militärischen Bell UH 1D mit dem Rufnamen „SAR ULM 75“.

Kooperation mit dem ADAC

Seit dem 01. April 2003 betreibt die ADAC-Luftrettung GmbH den Luftrettungsdienst in Ulm und stellt den Hubschrauber vom Typ BK-117 sowie den Piloten. Notarzt und Rettungsassistent werden von der Klinik für Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin gestellt.

Die Notärzte auf dem Rettungshubschrauber sind Fachärzte für Anästhesie, die Rettungsassistenten besitzen eine spezielle Zusatzausbildung und werden „Helicopter Emergency Medicine System (HEMS) Crew Member“ genannt.

Rettungseinsätze

Christoph 22 steht 365 Tage im Jahr von 7:00 Uhr bis Sonnenuntergang zur Versorgung erkrankter und verletzter Personen zur Verfügung. Sein Einsatzgebiet ist die Region Ulm/Neu-Ulm, die Schwäbische Alb, sowie Teile Oberschwabens und Bayerisch-Schwaben. Der Einsatzradius beträgt etwa 50 bis 80 km. Mit durchschnittlich 1.500 Einsätzen pro Jahr zählt die Station zu den einsatzstärksten RTH-Stationen Deutschlands. Seit Inbetriebnahme der Station 1971 hoben der „SAR Ulm 75„ und „Christoph 22" weit mehr als 40.000 mal zu Rettungseinsätzen ab.

Typischerweise liegen den Notfallsituationen besondere Schweregrade oder sonstige Erschwernisse zugrunde, damit von der zuständigen Rettungsleitstelle der Hubschrauber alarmiert wird.

Qualifizierte Ausbildung

An das eigene Personal und den eigenen Nachwuchs werden strengere und höhere Ausbildungsmaßstäbe angelegt, als dies in anderen Rettungsdienstbereichen und -systemen üblich ist

Die Notärzte des Bundeswehrkrankenhauses Ulm sind alle Fachärzte für Anästhesie, besitzen die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin sowie den Kurs Leitender Notarzt. Die meisten unserer Notärzte haben zudem die Zusatzbezeichnung Spezielle Intensivmedizin und sind nach der DIVI für den Intensivtransport qualifiziert. Die erfahrensten Notfallmediziner der Luftrettungsstation sind seit Jahren in der Gruppe der Leitenden Notärzte Ulm/Alb-Donau-Kreis aktiv.

Die Rettungsassistenten haben alle die „HEMS“-Ausbildung und eine entsprechende Intensivtransportausbildung. Ein Teil von Ihnen ist zudem als Fachpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin qualifiziert.

Steckbrief Hubschrauber BK 117

Die BK 117 ist ein zweimotoriger Mehrzweckhubschrauber, der von dem deutschen Hersteller MBB (Messerschmitt-Bölkow-Blohm) und dem japanischen Hersteller KHI (Kawasaki Heavy Industries) entwickelt wurde. Die Kooperationspartner haben versucht, bewährte Komponenten des Hubschraubers vom Typ Bo 105 in die Entwicklung des BK 117 mit einzubeziehen, wie den gelenklosen Rotkopf. Gleichzeitig wurde eine, dem Stand der Technik entsprechende, größere Zelle geschaffen, die mehr Platz zur Patientenversorgung bietet.

In Ulm wird ein BK 117 C1 eingesetzt. Mit den zwei je 700 PS starken Triebwerken sowie einem Tankinhalt von 700 Litern erreicht die Maschine eine Reisegeschwindigkeit von ca. 250 km/h bei einer Reichweite von ca. 550 km. Der Rotordurchmesser von 11 m bei einer Gesamtlänge der Maschine von 13 m erlauben Landungen auf extrem kleinen Flächen und bringen das Rettungsteam sehr nah an den Patienten heran.