Zentrale Interdisziplinäre Notaufnahme

In der Zentralen Interdisziplinären Notaufnahme, kurz ZINA, des Bundeswehrkrankenhauses Ulm werden an 7 Tagen die Woche und 24 Stunden am Tag Notfallpatienten behandelt. Aufgrund der medizinischen Fächervielfalt können nahezu alle Fachgebiete abgedeckt werden. Die Schwerpunkte liegen in der Akutversorgung von Schwerverletzten, akute zentrale neurologische Erkrankungen wie Hirnblutung und Schlaganfall, aber auch alle Verletzungen und Erkrankungen im Kopf-, Gesicht- und Halsbereich. Komplexe internistische Krankheitsbilder mit Schwerpunkten im Bereich Kardiologie und Gastroenterologie bilden einen Hauptanteil unserer Patienten. Das Darm- und Gefäßzentrum runden die Versorgungsmöglichkeiten ab. Lediglich Gynäkologie und Kinderheilkunde kann die Klinik nicht abbilden.


Die ZINA beherbergt 6 Behandlungskabinen, 2 Noteingriffsräume und einen hochmodernen Schockraum. Im Jahresdurchschnitt behandeln wir ca. 20.000 Patienten, von denen 35% stationär aufgenommen werden. Etwa 10 % unserer Notfallpatienten sind Soldaten.

Patienten, die liegend mit dem Rettungsdienst das Haus betreten, werden unmittelbar von einem Arzt gesehen. Alle anderen Patienten melden sich an der Anmeldung an und werden dort nach dem Manchester Triage System (MTS) in Dringlichkeitskategorien eingestuft. Somit können die Patientenströme nach Behandlungsprioritäten versorgt werden. Jeder Patient wird zunächst von einem der ZINA-Ärzte gesehen. Dieser macht eine symptomorientierte Anamnese und körperliche Untersuchung. Ggf. schließen sich weitere diagnostische Untersuchungen an. Oft zeigen sich Befunde oder Hinweise für andere Erkrankungen als erwartet, somit gewinnt hier das interdisziplinäre Handeln einen sehr hohen Stellenwert. Zügig können Konsiliarärzte der unterschiedlichsten Fachgebiete hinzugezogen werden. Der Patient verlässt die ZINA mit einer Diagnose sowie einem Behandlungsplan/-empfehlung und wird entweder stationär aufgenommen oder nach Hause entlassen.

Der ZINA-Arzt wird von allen Abteilungen des Hauses gestellt und arbeitet in einem Schichtdienst. Er befindet sich im ersten Weiterbildungsabschnitt seiner klinischen Ausbildung. Die Tätigkeit in der ZINA ist Teil der akutmedizinischen Ausbildung.

Ergänzt wird das Team durch Fachärzte Anästhesie und Allgemeinmedizin sowie Fachärzte anderer Fachgebiete, die sich in der Weiterbildung für innerklinische Akutmedizin befinden. Somit wird rund um die Uhr eine fachärztliche Expertise vorgehalten. Interdisziplinäre Entscheidungen können zügig getroffen werden. Ebenso sind kleinere Eingriffe oder auch Untersuchungen in Sedierung oder Narkose möglich.

Das medizinische Assistenzpersonal ist sehr unterschiedlich qualifiziert. Neben Krankenpflegern, Fachkrankenpflegern für Notfallpflege und Anästhesie/Intensivmedizin, medizinischen Fachangestellten und Arzthelferinnen beschäftigen wir auch Notfallsanitäter und Rettungssanitäter, die sowohl im Rettungsdienst als auch in der ZINA eingesetzt sind.

Ein Schwerpunkt liegt in der Ausbildung und In-Übung-Haltung des eigenen aber auch externen Personals.