Die PJ - Einführungsveranstaltung 1.000 PS

Der letzte Teil des Studiums, das Praktische Jahr, stellt die Übergangsphase zwischen Studium und Beruf und gleichzeitig den Einstieg in die ärztliche Tätigkeit unter Supervision dar. Für die Studierenden bedeutet dies, ihre ersten Erfahrungen in der Betreuung von Patienten zu machen und sich in ihrer ärztlichen Rolle zu Recht zu finden.

Das Praktische Jahr ist auf die Anwendung des erworbenen Wissens und Weiterentwicklungen der Kompetenzen in realistischer Lernatmosphäre ausgelegt. Der Studierende „spürt zum ersten Mal die Macht und Schwere des weißen Kittels“ und kann sich unter Supervision entwickeln. Die Integration von Wissen ins tägliche Tun, ebenso wie die Integration der eigenen Person ins Behandlungsteam und die Struktur eines Krankenhauses stellen Herausforderungen für den Studierenden dar. Auch beinhaltet das Praktische Jahr das Lernen, mit Fehlern umzugehen, Misserfolge konstruktiv zu verarbeiten und Wissenslücken aufzufüllen. Dazu sind eine enge Mentorship und ein kollegialer Umgang notwendig, welche den Studierenden begleiten und auffangen.

Klinischer Untersuchungskurs 1.000 PS
Klinischer Untersuchungskurs 1.000 PS

Daher wurde die PJ-Einführungsveranstaltung „1000 P.S. für Studenten“ von Dr. Andreas Martinschek (Trainer am Kompetenzzentrum Medizindidaktik der Universität Tübingen) konzipiert und als interdisziplinäre Veranstaltung gemeinsam mit dem Beauftragten für die akademische Lehre des Bundeswehrkrankenhauses Ulm, Prof. Dr. Lorenz Lampl, sowie den Lehrbereichsbeauftragten der Abteilungen umgesetzt.

„1000 P.S.“ steht für „1000 practical skills“, welche den Studierenden in Laufe des praktischen Jahres beigebracht oder verfestigt werden sollen.

Neben Informationen zu „Hygiene im Krankenhaus“ und „Strahlenschutz im OP“ wird Wert auf eine praktische Ausbildung in Kleingruppen gelegt. Der „Basisnahtkurs“ oder die „Einführung in die Sonographie“ sollen die Studierenden bereits zu Beginn des PJ in die Lage versetzten, im OP oder auf der Station aktiv mitzuarbeiten. „Die Einführung in den OP“ und „der Weg des Notfallpatienten“ helfen den Studierenden, die Abläufe in stressigen Situationen zu kennen.

„Das Notfallkolloquium“ und die „Reanimation“ verhelfen zu sicherem Umgang bei innerklinischen Notfällen. Der richtige Umgang mit „Gefäßzugängen“, „Katheter und digitalrektale Untersuchung“, „Labor und Blutkulturen“, das richtige Verhalten bei „Nadelstichverletzungen“, die „neurologische Untersuchung“ und der „Untersuchungskurs Bein“ vermitteln fächerübergreifende Fähigkeiten. Nicht zuletzt steht eine Vernetzung der Studierenden untereinander (unterschiedliche PJ-Jahrgänge) im Focus, da erworbenes Wissen auch innerhalb der „peer-group“ weiter getragen wird.

Diese Veranstaltung findet an 2 aufeinanderfolgenden Tagen direkt zu Beginn des Praktischen Jahres (halbjährlich) statt und orientiert sich am Motto: „Make students learn something, not just do something“ (Nilson „Teaching at ist best“ 2003)